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20.03.2008 |
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Das gesamte Referat ist ebenfalls als
Klaus Thomalla, M.A. Darf
man sich aus religiösen Gründen wissenschaftlichen Erkenntnissen
verweigern? – Erläutert am Beispiel der Evolutionslehre im
Pflichtschulunterricht. Eine
philosophisch-theologische Perspektive* Die
Frage suggeriert einen Widerspruch zwischen religiösen Gründen und
wissenschaftlichen bzw. naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, zwischen
Glauben und Naturwissenschaft. Es wird vorsichtig nach der Möglichkeit
der Verweigerung gefragt, vorausgesetzt, man versteht die Frage nicht
allein im rhetorischen Sinne. Ist es also zutreffend, hier einen
Widerspruch, einen Hiatus, eine Disharmonie von Religion und
Naturwissenschaft anzunehmen? Dies
alles wird virulent an einem aktuellen Problem, wenn man sich den
Untertitel ansieht, der sich etwa so reformulieren ließe: Darf man sich
dem Pflichtschulunterricht entziehen mit dem
Hinweis darauf, dass hier die Evolutionslehre unterrichtet wird,
bei der es sich jedenfalls um eine wissenschaftliche Erkenntnis handelt?
– Die Frage soll im Folgenden in drei Abschnitten erörtert werden: 1.
Das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion; 2. Der Streit um
Evolutionslehre, Kreationismus und Intelligent Design; sowie 3.
Konsequenzen für den Pflichtschulunterricht. I.
Das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion 1.
Die Perspektive der Naturwissenschaft Worum
geht es der naturwissenschaftlichen Forschung? Sie beabsichtigt, mittels
empirischer Methodik eine wissenschaftliche Theorie zu erstellen, die
allerdings nichts mit unserer umgangssprachlichen Bedeutung von
„theoretisch“ im Sinne von „vielleicht verhält es sich so“ zu tun
hat, sondern eine Theorie wie die Quantentheorie, die Relativitätstheorie
oder die Evolutionstheorie erfordert fundiertes Wissen, vor allem aber
fasst sie Tausende von Fakten in einem Konzept zusammen, das bis dahin
noch nicht falsifiziert worden ist.[1]
Mithin handelt es sich um eine empirische Methodik, die in einer
objektivierenden „Es-Sprache“[2]
aus naturwissenschaftlicher Perspektive Phänomene erklären will. Diese
Perspektive ist erst ermöglicht worden, nachdem in der Moderne eine
Dezentrierung des Weltbildes eingesetzt hat: Wissenschaft, Moral und Kunst
sind nicht mehr länger der Religion als integrierender Größe
unterworfen, sondern können sich autonom entwickeln.[3]
Diese Wertsphären entfalten ganz unterschiedliche Geltungsansprüche, die
jeweils nur im eigenen Bereich Relevanz beanspruchen können. So erhebt
die Wissenschaft einen Wahrheitsanspruch im Blick auf
Existenzvoraussetzungen, die Moral einen Richtigkeitsanspruch in Bezug auf
Werte und Normen und die Kunst einen Wahrhaftigkeitsanspruch hinsichtlich
des ästhetischen Ausdrucks des eigenen Inneren.[4] Demgegenüber ist der
Wahrheitsanspruch der Religion eigener Art, insofern er sich auf
Transzendenzerfahrungen bezieht, aber als solcher nicht mit dem
Wahrheitsanspruch in Bezug auf die Dinge in der Welt zu verwechseln ist: Während
ich die Aussage „ich glaube, dass es draußen regnet“ leicht nachprüfen
kann, indem ich aus dem Fenster schaue, ist dies bei der Aussage „ich
glaube, dass Gott oder das Absolute existiert“ nicht möglich; damit
wird die Ebene der Religion betreten, die nur unangemessen verstanden wäre,
wenn man ihre Glaubensaussagen auf eine bloße Faktizität reduzieren
wollte.[5]
Die
Entwicklung der Moderne führt mithin zu einer Differenzierung von drei
wesentlichen Bereichen: Wissenschaft, Moral und Kunst. Doch bei dieser
Differenzierung, die uns all die heute selbstverständlichen Freiheitssphären
eröffnet hat, bleibt es nicht. Zwar haben wir in der Moderne die drei
Bereiche differenziert, doch ihre Integration erfolgte nicht. Warum kam es nicht dazu? Weil sich
die Bereiche begannen zu dissoziieren,[6]
und zwar so, dass der Bereich der Naturwissenschaft anfing, Moral und
Kunst zu verdrängen.[7] Die Wirklichkeit wurde über
eine Es-Sprache allein als Flachland-Struktur wahrgenommen; was dabei übersehen
wurde, waren die anderen Bereiche, die genauso zur Wirklichkeit gehören
und die ihre Tiefe ausmachen. Ihnen ist gerade nicht mittels empirischer
Verfahren beizukommen, sondern mit der Frage: „Was bedeutet es?“, also
mit Hermeneutik und Interpretation.[8]
Sobald aber die Wissenschaft meint, mit einer monologischen
„Es-Sprache“ bereits die ganze Wirklichkeit zu erfassen, löst sie
diese in den eigenen objektivierenden Kategorien auf. Dabei jedoch wird
der „Ich-Bereich“ der Kunst und der „Wir-Bereich“ der Moral
kolonialisiert. Um
dies zu verdeutlichen: Das Gefühl des Verliebtseins kann man
empirisch-neurobiologisch umschreiben als eine Absenkung der
Serotoninkonzentration beziehungsweise als Überflutung des Gehirns mit
Dopamin[9]
oder systemtheoretisch als „symbolisch-generalisiertes
Kommunikationsmedium“[10].
Doch ist man damit nur an der Oberfläche geblieben und hat noch nichts über
die anderen Bereiche gesagt: Was bedeutet
das Gefühl des Verliebtseins subjektiv, intersubjektiv, kulturell?
Oder: Man kann ein Bild wie Caspar
David Friedrichs Bild „Mönch am Meer“ folgendermaßen beschreiben:
1,10 mal 1,71 Meter groß, dazu noch Angaben zu Gewicht und Alter. Aber:
Hat man damit das Wesentliche des Bildes getroffen? Was ist seine
Bedeutung? Sie muss erst durch Interpretation gewonnen werden. Was
an diesen Beispielen deutlich werden sollte: Wenngleich uns die Moderne
die Differenzierung der drei Wertsphären bringt, kolonialisiert sie auf
der anderen Seite den Ich- und den Wir-Bereich, das heißt: Subjektivität
und Intersubjektivität, durch den Es-Bereich der Wissenschaft. Daraus
resultiert letztlich ein buchstäblich sinnloses Flachlanddenken, das den
Einzelnen an den Oberflächen und Strukturen der Dinge ohne Bedeutung lässt.
Denn die Frage nach der Bedeutung ist für die empirische Dimension nahezu
wertlos, weil wir uns damit in symbolische Tiefen begeben, die der äußeren
Perspektive nicht zugänglich sind, sondern interpretierendes Denken
voraussetzen.[11] 2.
Die Perspektive der Religion Und
die Religion? Sie kann als eine kulturelle Sinnressource verstanden
werden,[12]
die uns einen Bereich jenseits der eben genannten Oberflächenstrukturen
eröffnet. Bei der Religion handelt es sich gewissermaßen um einen
Speicher von religiös-existentiellem Erfahrungswissen, das über
Jahrtausende gesammelt worden ist. Sie erschließt uns neue Horizonte,
durch die wir einen anderen Blick auf die Wirklichkeit erhalten. So
betrachtet, wird deutlich, dass naturwissenschaftliche Aussagen religiöse
Überzeugungen nicht in Frage stellen können, insofern beide auf
unterschiedlichen Ebenen Relevanz beanspruchen.[13]
Unter der Religion ist eine Sinnquelle zu verstehen, die den Menschen die
Wirklichkeit überschreiten und einen übergreifenden Zusammenhang
erblicken lässt. Das eigene Leben und dasjenige anderer kann so unter
einer anderen Perspektive Sinn gewinnen –trotz allen Zweifels und aller
Leiderfahrungen. Religion
hat sich – so treffend der Dresdener Philosoph Thomas Rentsch – zur
Aufgabe gemacht, über „sinnkonstitutive
Unverfügbarkeit“ aufzuklären, die uns angesichts menschlicher
Kontingenz begegnet.[14] Sie gibt uns eine
Erfahrung von Tiefe, die nicht beweisbar, darum aber nicht weniger
bedeutsam ist. Religionen weisen uns auf eine Transzendenz hin, die das
menschliche Leben und seine Zusammenhänge überschreitet und einen Sinn
eröffnet, der noch einmal einen Zusammenhang für alle Fragwürdigkeiten
des Lebens erhoffen lässt.[15] Dies freilich setzt
voraus, dass man sich von einem prämodernen Verständnis der Religion
verabschiedet hat zugunsten einer religiösen Perspektive, welche die
Herausforderungen von Moderne und Postmoderne angenommen und verarbeitet
hat, ohne sich diesen zu unterwerfen. – Wenden wir diese grundsätzlichen
Überlegungen auf die Frage nach der Evolutionslehre an: II.
Der Streit um Evolutionslehre, Kreationismus und Intelligent Design In
den Tagebuchaufzeichnungen des ehemaligen Tübinger Alttestamentlers
Fridolin Stier findet sich eine für unser Thema bemerkenswerte Stelle,
die überschrieben ist: „Ex creaturis cognoscere creatorem.“ Weiter
heißt es: „Vorausgesetzt, dass Gott ist und dass er das All und alles
– semper creans – erschafft, stellt sich die Frage konkret: Was ist
von Gott zu erkennen, wenn anzunehmen ist, dass er z. B. Tiere geschaffen
hat, wie sie sind – Verhaltensforschung etwa als theognostisches
Kapitel? Noch konkreter gefragt: Gott und der Riesenkrake, der Haifisch,
der Delphin, die Vampir-Fledermaus, die Bakterien, die Viren? Wenn also
Gott sie so gewollt, so ‚programmiert‘ hat, wie sie sind und wie sie
sich verhalten – sollte dann in all dem nichts von Gott zu erkennen
sein?“[16]
Worauf
zielt diese Frage Fridolin Stiers? Sie spiegelt die Sehnsucht nach Sinn wider, der allem zugrundeliegt. Die Antwort
kann nicht in einer „spekulative(n) Folgerung“ aus dem Bild oder
Begriff liegen, den man sich von Gott gemacht hat, sondern in einem
Verstehen „des konkreten, einzelnen Phänomens“. Worum also geht es?
Stiers Antwort: „um die nicht
intellektuell und nicht wissenschaftlich zu erfassende und nur ‚fühlend‘
erfahrbare Anwesenheit eines Anderen, Fremden, Unheimlichen (…).“[17]
– Sind wir reif, diesem Anderen seinen Geheimnischarakter zu lassen oder
unterwerfen wir es unseren Kategorien? Wir werden sehen. Immerhin
stimmten nach einer Gallup-Umfrage im Februar 2001 etwa 45 Prozent der
erwachsenen Amerikaner der Aussage zu: „Gott hat die Menschen weitgehend
in ihrer heutigen Gestalt innerhalb der vergangenen etwa 10.000 Jahre
erschaffen.“[18]
Doch wie aus einer Umfrage des Schweizerischen Meinungsforschungsinstituts
IHA-Gfk vom November 2002 hervorgeht, sind auch im gesamten
deutschsprachigen Raum rund 20 Millionen Menschen der Auffassung, dass
Darwins Evolutionstheorie alles andere als wahr sei.[19]
Und eine im November 2005 für „Zeit Wissen“ durchgeführte Umfrage
hat ergeben, dass etwa 32 Prozent der Bundesbürger die Tatsache
gemeinsamer Vorfahren von Mensch und Affe ablehnen, was als längst
erwiesene Selbstverständlichkeit gilt.[20]
– Jedenfalls wird um diese Fragen in jüngster Zeit mit Vehemenz
gestritten: Auf der einen Seite stehen die Vertreter der Evolutionslehre,
auf der anderen Seite Kreationismus und die Rede von Intelligent-Design.
Worüber aber besteht Streit? 1.
Evolutionslehre Zunächst
zur Evolutionslehre: Bei dieser handelt es sich nicht nur um eine von
mehreren unbewiesenen Ansichten, sondern sie kann sich auf Tausende,
vielleicht Millionen einzelner Forschungsergebnisse stützen und ist in
der Wissenschaft so akzeptiert wie eine gesicherte Tatsache. Obgleich dies
von den Kreationisten oftmals eingewandt wird, geht es nicht um eine bloße
Hypothese, also eine vorläufige Annahme,[21]
sondern um eine Theorie im Sinne eines bislang nicht widerlegten Lehrgebäudes,
das auf empirisch ermittelten Ergebnissen und logischen Erkenntnissen
basiert, ermöglicht durch Paläontologie und Evolutionsbiologie. Die
zentrale Aussage der Evolutionstheorie liegt darin, dass die heute
lebenden Arten im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Erde aus einfacher
organisierten Vorfahren entstanden sind, wobei die Evolution als ständiger
und nicht unumkehrbarer Prozess verstanden wird, der nicht zielgerichtet
abläuft. Die Evolutionstheorie verwirft damit die Vorstellung, dass die
Arten in unveränderlicher Form im Wege eines göttlichen Schöpfungsaktes
erschaffen wurden.[22] 2.
Kreationismus Dieses
Ergebnis lehnt der sogenannte Kreationismus ab, indem er eine wortwörtliche
Interpretation der Bibel geltend macht; das bezieht sich in unserem
Zusammenhang vor allem auf die Schöpfungserzählungen, die als naturwissenschaftliche
Aussage verstanden werden: Die Erde ist demnach nicht, wie die
Kosmologie herausgefunden hat, vor etwa fünf Milliarden Jahren
entstanden, sondern wurde vor sechs Tausend Jahren von Gott erschaffen.[23]
– Was ist hier geschehen? Wie lässt sich ein solches Verständnis erklären? Erinnern
wir uns an das zur Differenzierung der Wertsphären Ausgeführte: Hier
wird auf eine religiöse Erzählung eine andere Ebene, diejenige der
Wissenschaft, angewandt. Damit aber werden zwei Geltungsansprüche
miteinander verwechselt: derjenige der Wissenschaft mit demjenigen der
Transzendenz. Folglich handelt es sich um einen Kategorienfehler, eine
Ebenenverwechslung, auch metabasis eis allo genos genannt.
[24]
Wir
können aber auch anders argumentieren: theologisch. Wenn nämlich die jüdisch-christliche
Religion selber die Schöpfungserzählung anders als wortwörtlich
versteht, so ist bereits von daher der kreationistischen Auffassung die
Grundlage entzogen. Was also sagt die alttestamentliche Wissenschaft? Zunächst
gibt es zwei Schöpfungsberichte, deren erster (Gen 1,2-2,4) – als
„Priesterschrift“ bezeichnet aufgrund von Stil und Sprachgebrauch –
etwa um 500 v. Chr. geschrieben wurde. Er betont die Transzendenz Gottes,
die Würde des Menschen und die Ordnung und Einheit der Schöpfung. Der
zweite Schöpfungsbericht (Gen 2,4-25) ist der ältere und wurde schon um
900 v. Chr. von einem Autor verfasst, den man den Jahwisten nennt, weil er
den Gottesnamen Jahwe verwendet. Diese Erzählung konzentriert sich auf
die Erschaffung des ersten Menschen. Zentrum ist jedoch nicht die Art des
Schöpfungsaktes, sondern die Qualität
des Menschen, der mit Geist und Leib Ebenbild Gottes ist.[25]
– Das ist in Kürze der bleibende
Glaubensinhalt in der kontingenten
Darstellungsform der mythischen
Erzählung. Diese Differenzierung zwischen dem wesentlichen Glaubensinhalt
– Transzendenz Gottes, der Mensch als Ebenbild Gottes und die daraus
abgeleitete Würde des Menschen – und zeitbedingter Darstellungsform
gilt es zu beachten! Was deutlich wird: Die Bibel ist „kein primitives
Buch der Naturkunde, sondern Urkunde des Heils (…)“.[26]
Mithin
beruht der Kreationismus bereits aus theologischer Sicht auf einem
Missverständnis, insofern er nicht zwischen Glaubensinhalt und
kontingenter Form der Aussage differenziert. Ja, mehr noch: Er unterwirft
sich dem naturwissenschaftlichen Paradigma und versteht die biblische
Heilszusage in „naturwissenschaflicher“ Weise: als ob es um einen
biologischen Prozess ginge, der hier beschrieben würde. Damit hat man den
Sinn des Textes nicht nur nicht erfasst, sondern fundamentalistisch
verfremdet, weil man in ein prämodernes Verstehensparadigma abgeglitten
ist, indem man sich die Kategorien eines überholten Weltbildes zu eigen
gemacht hat.[27] Die
Evolutionstheorie wird einem so gearteten Fundamentalismus gewiss gefährlich,
aber deutlich wurde auch, dass sie die oben skizzierte wesentliche
Bedeutung des Schöpfungsglaubens nicht in Frage stellen kann. Warum
nicht? Antwort: Weil die religiöse Aussage auf eine andersartige
Bedeutung zielt: Sie sieht nicht mit dem empirischen Blick, sondern mit
dem Blick, der auf Sinn, Zusammenhang und Transzendenz kontingenter
Bedingungen gerichtet ist. 3.
Intelligent Design Wie
aber verhält es sich mit der anderen Ansicht, die sich gegen die
Evolutionstheorie richtet: mit der Rede von Intelligent Design? Vermag sie
zu begründen, warum man die Evolutionslehre ablehnen sollte? Was genau
vertreten die Vertreter dieses Konzepts? Die
Vertreter von Intelligent Design versuchen zu zeigen, dass Strukturen der
belebten Natur und der Kosmos ihrer Komplexität wegen nicht entstanden
sein können ohne den Eingriff eines Schöpfers, eines intelligenten
„Designers“. Dabei nehmen sie eine göttliche Schöpfungsabsicht an,
verzichten aber auf das wortwörtliche Verständnis der Schöpfungserzählung,
das von den Kreationisten behauptet wird. Freilich hat man zu Recht darauf
hingewiesen, dass die Intelligent-Design-Theorie letztlich eine
pseudowissenschaftliche Verkleidung des Kreationismus ist, da die Anhänger
gemerkt haben, dass die wortwörtliche Auslegung der Bibel sie von
vornherein um ihre wissenschaftliche Akzeptanz bringt.[28]
Demzufolge hat Gott das Universum nach einem bestimmten Plan geschaffen,
wobei – anders als beim Kreationismus – durchaus konzediert wird, dass
die Erde Milliarden Jahre alt und das Leben schrittweise entstanden ist.[29]
– Was aber ist daran problematisch? Problematisch
ist, dass diese Ansicht mit ihrer Behauptung einen Anspruch wissenschaftlicher Beweisbarkeit verbindet, dass sie
ihre Auffassung an die Stelle
der Evolutionstheorie zu setzen sucht, ohne dem naturwissenschaftlichen
Grundsatz der empirischen, genauer experimentellen Überprüfbarkeit
gerecht werden zu können. Es wird also ein zweiter, angeblich
gleichrangiger Ansatz entworfen, der die Entstehung des Lebens klärt.
Wenn wir uns in Erinnerung rufen, was die Methodik der Naturwissenschaft
auszeichnet: fundiertes Wissen, tausende von Fakten und empirische Überprüfbarkeit,
so scheidet jeder Anspruch wissenschaftlicher Beweisbarkeit aus. Die
Ansicht des Intelligent Design kann demnach keine naturwissenschaftliche
Theorie sein, weil ihre Annahme eines göttlichen Schöpfungsplans weder
durch historische Fakten überprüfbar, noch falsifizierbar ist, noch überhaupt
empirischer Methodik zugänglich ist. Zu Recht hat der Freiburger
Moraltheologe Eberhard Schockenhoff darauf aufmerksam gemacht, dass diese
Auffassung nicht darin irrt, dass sie einen sinnvollen Gesamtverlauf der
Evolution vertritt, sondern darin, dass sie „deren planmäßige Ordnung
durch eine intelligente Ursache als wissenschaftlich bewiesen ansieht“.[30]
Insoweit
kann man durchaus an eine Zeichenhaftigkeit der natürlichen Phänomene
erinnern, die „auf eine sich von unten aufbauende teleonome Struktur“
hinweist. So ist beim Darmbakterium E. coli ein Komplexitätsgrad zu
erkennen, der aus Zufallsentstehung kaum erklärt werden kann. Doch um
diese Zeichen „als Hinweise auf die Wirklichkeit Gottes
und seines schöpferischen Handelns in der Welt“ wahrzunehmen,
ist der naturwissenschaftlich-empirische Blick nicht hinreichend, sondern
dazu ist „ein eigenes Sehvermögen“ erforderlich: der vertrauende
Blick des Glaubens.[31] Die
Intelligent-Design-Lehre macht den Fehler, den Immanuel Kant in seiner Kritik
der reinen Vernunft im Blick auf das Problem der Freiheit aufgezeigt
hat: Wenn nämlich die Vernunft es unternimmt, mittels der Erfahrung durch
die Synthesis des Bedingten ihre Erkenntnis zu erweitern und auf Freiheit
zu zielen, so sucht sie „am falschen Ort nach ihrer Beute“[32].
Ähnlich wie es nach Kant unzulässig ist, vom Bedingten auf die Reihe der
Bedingungen, nämlich das Unbedingte, also Freiheit zu schließen,[33]
so ist es in naturwissenschaftlicher Sicht fragwürdig, aus der
Zielgerichtetheit der Natur, selbst wenn sie angenommen werden könnte,
eine planende Instanz abzuleiten. Das kann man vertreten, aber damit
betritt man meines Erachtens nicht die naturwissenschaftliche, sondern die
existentielle Ebene. Denn dieses Verständnis will nicht die Natur
erklären, sondern es will eine Antwort auf
das Geworfensein des Menschen in eine Natur geben, „die uns zwar ermöglicht,
doch niemals wirklich gemeint hat“[34].
4.
Design und Teleologie In
ähnlicher Weise wie die Intelligent-Design-Lehre hat der Wiener Kardinal
Christoph Schönborn im Juli 2005 davon gesprochen, man könne in der
Natur eine „overwhelming evidence for design“[35]
erkennen, es sei „für die menschliche Vernunft sehr wohl möglich“,
„in den Gesetzen der Natur (…) einen Plan wahrzunehmen“[36].
An
den Aussagen von Schönborn freilich fällt auf, dass er trotz aller
Ambivalenz den Glauben
voraussetzt: Wenn er die Vernünftigkeit der Wirklichkeit auf die Vernünftigkeit
des Schöpfers zurückführt, so gesteht er zu, dies sei seine „gläubige
Sicht“, die der Vernunft nicht widerspreche, aber letztlich „eine
Glaubenssache“ sei.[37]
Folglich handelt es sich bei Schönborns Aussage um eine legitime theologische
Folgerung, doch die Naturwissenschaften verhalten sich „vollkommen
neutral gegenüber den philosophischen oder theologischen Folgerungen, die
man aus ihren Erkenntnissen ziehen mag“, so der Direktor der
vatikanischen Sternwarte, George Coyne.[38] Auch
Papst Benedikt XVI. scheint die Problematik so zu verstehen wie Schönborn,
wenn er auf einer Tagung über Schöpfung und Evolution in Castel Gandolfo
im Jahr 2006 davon ausgeht, „dass die Welt im einzelnen in einem sehr
komplizierten Evolutionsprozess entstanden ist, dass sie aber im tiefsten
doch aus dem Logos kommt“[39].
Der Papst scheut sich nicht, diesen Logos als „das ‚Intelligent
Design‘ des Kosmos“ zu bezeichnen.[40]
Die Frage aber ist, ob dieses göttliche Design allein mit den Mitteln der
Vernunft mit Gewissheit zu erkennen ist, wofür Schönborn an einigen
Stellen zu plädieren scheint, wenn er von der „überwältigenden
Evidenz für einen Plan“ spricht.[41] Gewiss:
Es gebe, so Benedikt XVI., „die Rationalität in der Natur“, doch heißt
es weiter, sie gestatte „uns nicht, eine totale Einsicht in den Plan
Gottes zu gewinnen“. Die Konsequenz: „Es bleiben also die Kontingenz
und das Rätsel des Schrecklichen in der Natur. (…) Unbeschadet der
Rationalität, die es gibt, können wir eine Komponente des Schreckens
feststellen, die nicht mehr philosophisch auflösbar ist.“[42]
– Diese Auffassung kann nicht ohne weiteres mit der
Intelligent-Design-Lehre identifiziert werden; denn sie ist
differenzierter, insofern sie letztlich um ihren theologischen
Blick weiß. Ebenso
stellt der emeritierte Münchener Philosoph Robert Spaemann fest: „Für
den Gläubigen ist die Natur, ungeachtet der Mechanismen ihres
Zustandekommens, ein Buch mit einer Botschaft, vor allem ästhetischer
Art.“ Die Betonung liegt freilich auf dem ersten Teil des Satzes, in dem
es heißt: für den Gläubigen. Wenn man also die Entstehung der Natur ohne Rückgriff auf ein Design erklären
kann, dann braucht man dagegen nichts einzuwenden. Eine
Ausnahme davon allerdings macht Spaemann, wenn er auf die Entstehung des Lebens und des denkenden Bewusstseins zu
sprechen kommt. Hier sei jedenfalls eine
Absicht anzunehmen, weil Leben Innerlichkeit, Subjektivität und
Selbst-Sein bedeutet, wogegen es die rekonstruierende Wissenschaft
„immer nur mit Objektivität, mit ‚Äußerlichkeit‘“ zu tun habe.[43]
Damit räumt Spaemann freilich ein, dass auch seine Annahme einer Absicht
sich auf einer anderen Ebene
befindet als die wissenschaftliche Kausalerklärung, die nur die Oberflächenstruktur
in den Blick bekommt. Konsequenterweise dürfte dann diese Begründung
einer Absicht nicht in Konkurrenz zur naturwissenschaftlichen
Evolutionslehre stehen. Es
scheint sich hierbei um eine Reformulierung des teleologischen
Gottesbeweises zu handeln, wonach die Zielstrebigkeit und Zweckhaftigkeit
der Erde einen persönlichen Willen erkennen lässt, von dem der Schöpfungsakt
ausgeht. Schon dieser kann mit der Frage konfrontiert werden, ob denn
Ordnung, Schönheit und Zweckmäßigkeit tatsächlich bestehen. Und
weiter: Kann aus der Zweckmäßigkeit, falls man bereit ist, diese
anzunehmen, wirklich auf eine Instanz geschlossen werden, die sie ins
Leben gerufen hat? Freilich erkennen die Anhänger des teleologischen
Gottesbeweises an, dass Zweckmäßigkeit keine naturwissenschaftliche Kategorie meint, sondern auf den Sinn,
das Ganze der Existenz zielt. Der teleologische Gottesbeweis, den man
besser als teleologisches Argument,
nicht als Beweis, bezeichnen würde,
will eine Antwort auf die Frage nach dem „Wozu?“ geben,[44]
nicht eine Kausalerklärung liefern. 5.
Worum es geht: ein Überblick Betrachten
wir den hier skizzierten Streit unter einer Metaperspektive und erinnern
uns an die im ersten Abschnitt genannte Differenzierung und Dissoziation
der Wertsphären: In der Moderne beginnt nicht nur die Differenzierung mit
beachtlichem Freiheitsgewinn, sondern auch die Kolonialisierung der
Bereiche von Moral und Kunst durch die Wissenschaft, insbesondere die
Naturwissenschaft.[45]
Meine These lautet: Die Frage nach einem Schöpfergott, Design oder einem
sinnvollen Gesamtverlauf der Evolution spiegelt die Sehnsucht wider, die
Wirklichkeit mit Tiefe zu erfüllen, die sie in der Moderne im Wege der
Dissoziation zunehmend verloren hat. Der
Kreationismus versucht dies, indem er in prämoderner Weise den Schöpfungsmythos
wortwörtlich nimmt, um dann einen Schöpfergott aufweisen zu können. Die
Intelligent-Design-Lehre will eine Absicht in der Natur sehen. Aber nicht
nur das: Beide wehren sich gegen die Dissoziation durch die Wissenschaft,
indem sie selbst einen Anspruch wissenschaftlicher Aufweisbarkeit
vertreten, der gegenüber der reduktionistischen Naturwissenschaft geltend
gemacht wird. Doch was erreichen sie damit? – Der Kreationismus
diskreditiert die Religion, indem er diese mit unangemessenen Mitteln, wie
oben gesehen: mit einem falschen wortwörtlichen Verständnis der Bibel,
zu verteidigen sucht. Und die Intelligent-Design-Lehre unterstellt, dass
die planmäßige Ordnung durch eine intelligente Ursache als
wissenschaftlich bewiesen gilt. Selbst
wenn es ungeklärte Zusammenhänge in der Evolution gibt, selbst wenn
komplexe Strukturen durch Zufall nicht hinreichend erhellt werden können
– dass an die Stelle des Zufalls eine göttliche Absicht zu setzen ist:
Dies ist eine Aussage, die sich nur im Vertrauen auf einen transzendenten
Schöpfer machen lässt.[46]
Mithin erweist auch die Rede vom Intelligent Design der Religion keinen
Dienst, sondern diskreditiert sie ebenfalls. Freilich:
Indem sich diese Ansichten in
Konkurrenz zur Evolutionslehre begreifen, unterwerfen sie sich der
naturwissenschaftlichen Methodik. Sie unterschätzen damit die eigene
Bedeutung der religiösen Aussage und akzeptieren den Primat des
naturwissenschaftlichen Geltungsanspruchs, der nicht die Tiefe der Dinge
betrifft, sondern die Oberflächenstruktur. In dieser Weise verhindern
diese Auffassungen, dass die Religion uns die Wirklichkeit transzendieren
lässt und unterliegen einem Kategorienfehler.
Beide
Ansichten machen es der Kritik der Religion leicht, ihren Geltungsanspruch
als ganzen zu verwerfen;[47]
denn weder das fundamentalistische Bibelverständnis noch der
Kategorienfehler sind vertrauenerweckend im Blick auf eine angemessene
Sicht der Religion für unsere Zeit.[48] Doch
ist es genauso zweifelhaft, wenn die Naturwissenschaft einen Primat ihrer
Es-Sprache behauptet und meint, das Ganze der Wirklichkeit damit zu
erfassen, wenngleich sie diese nur auf ihre Oberflächenstruktur reduziert[49]:
Als ob sich das gesamte Menschsein darin zeigen würde, dass wir durch
Zufall entstanden sind und vom Affen abstammen; worauf der Paläontologe
Reinhold Leinfelder hingewiesen hat. Zwar zeigt uns die moderne Biologie,
wie eng verwandt Mensch und Schimpanse sind, aber der Mensch kann, anders
als das Tier, das biologische Erbe durch kulturelle Evolution
kontrollieren.[50]
Diese
Kritik am Reduktionismus lässt sich auch bei Schönborns Äußerungen
erkennen: Es werde schwierig, „wenn die Naturwissenschaft mit ihrem
Instrumentarium meint, alles erklären zu können“. So sieht er es zu
Recht als problematisch an, wenn aus der Evolutionslehre eine „Theorie
der ‚Gesamtwirklichkeit‘“ gemacht wird; dann werde „aus einer
wissenschaftlichen Theorie die ‚Ideologie des Evolutionismus‘“.[51]
Damit spricht Schönborn eben die oben erwähnte Kritik an der
Kolonialisierung und Dissoziation der Bereiche durch die Wissenschaft an,
die meines Erachtens in zutreffender Weise erfolgt. Denn man muss auch
dieser Gefahr begegnen, die darin liegt, dass die Evolutionsbiologie ihren
genuinen Bereich überschreitet, wenn sie wie Richard Dawkins jede Form
von Religion abschaffen möchte.[52]
Auch hierbei handelt es sich um einen Kategorienfehler, der die beiden
Bereiche und Geltungsansprüche nicht hinreichend auseinanderhält. Deutlich
geworden ist: Während der Evolutionswissenschaftler die Aufgabe hat zu
erforschen, wie Leben und Evolution funktionieren, zielt die Religion auf einen höheren Sinn des Lebens. Beiden geht es um ganz
verschiedene Ebenen, was schon an den unterschiedlichen Sprachen erkennbar
ist.[53]
Überschreitungen beiderseits sind unzulässig: Der Evolutionsbiologe
kolonialisiert die Religion, wenn er aus der Evolution einen dogmatischen
Atheismus ableitet, ohne zu sehen, dass es sich hier ebenfalls nur um eine
Weltanschauung handelt.[54]
Und der Kreationist verwechselt ebenfalls die Ebenen miteinander,
allerdings im umgekehrten Sinne, indem er biologische Zusammenhänge in
den Schöpfungsmythos hineinlesen will. Ebenso aber der Anhänger von
Intelligent Design; denn auch er leitet aus einer nicht wissenschaftlich
zugänglichen Erkenntnis einen wissenschaftlichen Anspruch ab. 6.
Fazit: Was bleibt vom Schöpfungsglauben? Die
Bibel versteht sich nach alledem selber als Gotteswort im Menschenwort,
insofern sie von Menschen gesammelt, geschrieben und bearbeitet wurde. Als
solches ist sie nicht ohne Widersprüche, vor allem wenn man ihre Aussagen
an naturwissenschaftlichen Kategorien misst. Denn sie ist Glaubenszeugnis
von Menschen im Blick auf deren ursprüngliche Transzendenzerfahrungen. Da
die Schriften selbst einen historischen
Charakter haben, wird historische Bibelkritik erforderlich, sogar
unverzichtbar, um dem eigentlichen Sinn eines Textes auf den Grund zu
kommen. Wie sonst sollten Transzendenzerfahrungen von damals sich für
heute verständlich machen lassen? – Die biblischen Bilder und Metaphern
sind nicht Beweis für einen „Designer-Gott“, sondern Einladung zum
vernünftig begründeten Vertrauen auf den einen Gott, der in der ganzen
Bibel letztlich ohne Abbild bleibt.[55]
Insofern
dürfen beide Sprachen: diejenige der Bibel und die der Naturwissenschaft
nicht miteinander vermischt werden. Auf der einen Seite steht die Sprache
der Bibel, die – so Werner Heisenberg – „eine Verständigung ermöglicht
über den hinter den Erscheinungen spürbaren Zusammenhang der Welt, ohne
den wir keine Ethik und keine Wertskala gewinnen könnten (…).“ So hat
der Himmel, „von dem in der Bibel die Rede ist, wenig zu tun mit jenem
Himmel, in den wir Flugzeuge oder Raketen aufsteigen lassen (…).“
Fazit: „Wir dürfen also die beiden Sprachen nicht durcheinanderbringen,
wir müssen subtiler denken, als dies bisher üblich war.“[56]
Was
also ist der Sinn des Schöpfungsglaubens? Er liegt gewiss nicht darin,
naturwissenschaftliche Informationen zu vermehren, sondern führt uns in
einen Bereich, der uns die Tiefendimension der Wirklichkeit erschließen
kann, wenn wir uns darauf einlassen. Gerade in einer Zeit, in der die
Sinnressourcen schwinden, eröffnet der Schöpfungsglaube den Menschen ein
Orientierungswissen, das auf einen übergeordneten Zusammenhang, auf Sinn
zielt. Dafür allerdings gibt es keinen Beweis – auch nicht durch
„intelligent design“ –, sondern diese Möglichkeit kann ergriffen
werden in einem vernünftig begründbaren Vertrauen, das
Transzendenzerfahrungen in unserer Lebenswelt zulässt und als solche
wahrzunehmen bereit ist.[57]
III.
Konsequenzen für den Pflichtschulunterricht 1.
Kreationismus an staatlichen Schulen als Verstoß gegen das Neutralitätsprinzip Dass
der Kreationismus an staatlichen Schulen als Alternative zur
Evolutionslehre unterrichtet wird – wie dies in Amerika bereits der Fall
ist –, ist nach alledem höchst bedenklich. Es spiegelt sich darin die
Sehnsucht nach prämoderner Einfachheit wider, die sich nicht nur
anachronistisch zur postmodernen Situation verhält, sondern – wie
gesehen – auch den Sinn der biblischen Botschaft missversteht. In
Deutschland freilich ist der Einfluss evangelikaler Gruppen nicht so
stark, als dass mit einem „Kulturkampf im Klassenzimmer“ zu rechnen wäre.[58]
Dennoch
ist es bezeichnend, wenn beispielsweise jeder achte Lehramtsstudent der
Universität Dortmund daran zweifelt, „dass die Evolution so
stattgefunden hat, wie die Naturwissenschaften sagen“; das betrifft
sogar Studenten der Biologie. Von den befragten 148 angehenden
Biologielehrern zweifelten 5,5 Prozent daran, dass eine Evolution
stattgefunden hat. Und von fast 9 Prozent der Biologie-Lehramtsstudenten
wird abgelehnt, dass Mensch und Schimpanse gemeinsame „äffische“
Vorfahren besitzen.[59] Zu
bedenken ist, dass im neutralen Staat kein weltanschauliches Konzept
privilegiert werden darf; er ist säkularer Staat, der nicht darauf aus
ist, „den Menschen in seiner Ganzheit zu erfassen, sondern nur in
bestimmten Beziehungen“.[60] Jede Bevorzugung
weltanschaulicher oder religiöser Ansichten würde diese Neutralität in
Frage stellen. Daher hat jeder das Recht zu glauben, was er will; fraglich
wird es erst, wenn einige Gruppen gesellschaftliche oder politische
Sonderregelungen geltend machen, mit denen beabsichtigt wird, auf
naturwissenschaftliche Lehrpläne Einfluss zu nehmen oder sogar den
Schulbesuch von Kindern ganz abzulehnen mit dem Hinweis, im
Biologieunterricht würde die Evolutionstheorie unterrichtet und das Kind
möge davon verschont bleiben.[61]
Dass diese Situation durchaus der Realität entspricht, zeigen die
sogenannten „12 Stämme“, eine süddeutsche urchristliche
Glaubensgemeinschaft, deren Mitglieder ihre Kinder selbst unterrichten,
weil sie staatlichen Unterricht zu Sexualkunde und Evolutionstheorie
ablehnen. Im Februar 2006 bestätigte das Bayerische Kultusministerium
dieses Vorgehen unter bestimmten Auflagen.[62]
2.
Gemeinsamkeiten zwischen biologischer Evolution und biblischer Erklärung? In
falsch verstandener Solidarität mit der Religion hat die hessische
Kultusministerin Karin Wolff versucht, „eine neue Gemeinsamkeit von
Naturwissenschaft und Religion“ aufzuzeigen. Sie plädiert für einen
„modernen Biologieunterricht“, „in dem auch die Grenzen
naturwissenschaftlich gesicherter Erkenntnis sowie theologische und
philosophische Fragen nach dem Sinn des Seins und der Existenz von Welt
und Menschen eine Rolle spielen sollten“.[63] Zunächst:
Auch Evolutionsbiologen vertreten nicht zwingend eine absolut verstandene
Evolutionstheorie; im Gegenteil: Im besten Falle sind sie sich darüber
bewusst, dass jede wissenschaftliche Theorie falsifizierbar ist.[64]
Darüber hinaus: So zutreffend die fächerübergreifende Sichtweise prima
facie ist, so fraglich ist die Konsequenz im Blick auf die
Geltungsansprüche: Der naturwissenschaftliche Geltungsanspruch resultiert
aus einer empirischen Methode, der religiöse dagegen aus einer
Transzendenzerfahrung. Ein Hiatus zwischen beiden besteht dann nicht, wenn
man bedenkt, dass es sich um
unterschiedliche Ebenen handelt. Dass
Wolff diese Differenz der Ebenen nicht hinreichend beachtet, zeigt ihr
Versuch, die biologische Evolution mit der biblischen Erzählung zu
verbinden: In „der symbolhaften Erzählung der Bibel von den sieben Schöpfungstagen“
vermag sie eine „erstaunliche Übereinstimmung“ mit der
wissenschaftlichen Theorie zu erkennen, obgleich sie weiß, dass die Schöpfungserzählung
„kein naturwissenschaftlicher Abriss“ ist.[65] Damit kann die
Kultusministerin nicht in die Nähe zum Kreationismus gebracht werden;
denn sie ist sich der Symbolhaftigkeit der Erzählung bewusst. Außerdem
scheint es so, dass sie darum bemüht ist, den naturwissenschaftlichen
Primat zu kritisieren, wenn sie sich auf „die Deutungen der Welt und des
Menschwerdens“ bezieht: Alle Pädagogen sollten über diese Deutungen
reflektieren, weil die Wissenschaft allein auf solche Fragen „keine
befriedigende Antwort“ gebe.[66]
Zu Recht weist sie mit dieser Aussage die oben skizzierte Dissoziation der
Bereiche von Wissenschaft, Moral und Kunst in der Moderne zurück und will
der integrierenden Frage nach der Bedeutung wieder eine entscheidende
Relevanz zumessen. Insoweit ist ihre Äußerung meines Erachtens legitim. Fraglich
ist nur, dass sie versucht, Gemeinsamkeiten zu konstruieren, wo es nicht
auf solche ankommt, wenn sie Zusammenhänge zwischen
naturwissenschaftlicher Theorie und Schöpfungserzählung ausmachen will,
ohne zu bedenken, dass es sich hier um ganz unterschiedliche Sprachebenen
handelt. Insofern unterschätzt sie die Eigenständigkeit der religiösen
Erzählung, die mit der naturwissenschaftlichen Methodik, der es um
empirische Analyse geht, gerade nicht zu erfassen ist. 3.
Fazit Was
folgt aus alledem für den Pflichtschulunterricht? Kreationismus und
Intelligent Design sollten durchaus in der Schule behandelt werden;
freilich sind sie als
gesellschaftliche Weltanschauung darzustellen, nicht als Alternative
zur Evolutionstheorie.[67]
In diesem Zusammenhang gilt es, die Schöpfungserzählungen in
angemessener Weise auszulegen, damit bei den Schülern der Hiatus zwischen
Glauben und Wissenschaft von vornherein nicht entstehen kann. Bereits
Augustinus zur Zeit der Spätantike war die Auslegung vom vierfachen
Schriftsinn bekannt, und er hatte erfahren, dass ein wortwörtliches Verständnis
des Alten Testaments zu fragwürdigen Ergebnissen führt.[68]
Hinter diesen Stand der Textinterpretation sollte man heute nicht zurückfallen.
Um
die oben erörterte Ebenenverwechslung zu vermeiden, ist es meines
Erachtens empfehlenswert, Kreationismus und Intelligent Design als
gesellschaftliche Weltanschauung und letztlich unterkomplexe
Vorstellungen einer Theologie der Schöpfung[69]
gegenüberzustellen, die im Religionsunterricht zu entwickeln wäre.
Hierbei ergibt sich dann die Möglichkeit, beide Weltanschauungskonzepte
parallel zu den Schöpfungserzählungen der Genesis zu erläutern, um
gegenüber dem Kreationismus klarzumachen, dass der jüdisch-christliche
Glaube kein „credo quia absurdum“ erfordert, gegenüber Intelligent
Design aber herauszustellen, dass der Irrtum dieser Lehre nicht in der
Annahme eines sinnvollen Gesamtverlaufs der Evolution liegt, sondern
darin, die Ordnung durch eine intelligente Ursache als wissenschaftlich
bewiesen anzusehen. Die
jüdisch-christliche Religion lädt demgegenüber zu einem vernünftig
begründeten Vertrauen ein, das sich auf den Glauben an einen Schöpfer
einlässt, ohne einem Kategorienfehler zu unterliegen. Daraus folgt, dass
im Biologieunterricht weiterhin die Evolutionstheorie gilt, und zwar ohne Kreationismus und Intelligent Design als Alternativen dazu ins
Spiel zu bringen; denn wie gesehen, handelt es sich bei beiden gerade
nicht um wissenschaftlich ernst zu nehmende Theorien, sondern um ein
fehlerhaftes Bibelverständnis im einen, um pseudowissenschaftliche
Behauptungen im anderen Fall. Zurück
zur Ausgangsfrage: Darf man sich also im Blick auf die Evolutionslehre aus
religiösen Gründen wissenschaftlichen Erkenntnissen verweigern? Antwort:
Man darf dies solange nicht, wie es sich tatsächlich um Erkenntnisse handelt und nicht um Auswüchse eines monologischen
Flachlanddenkens; denn mit einer Verweigerung wird man weder der Religion
noch der Wissenschaft gerecht, sondern läuft Gefahr, sich einer
fundamentalistischen Auffassung zu unterwerfen oder einen Kategorienfehler
zu begehen. Vielmehr soll man wissenschaftliche Erkenntnisse prüfen, um
von der in der Moderne vollzogenen Differenzierung der Bereiche zu einer
Integration zu kommen, in der jeder Bereich seinen eigenen
Geltungsanspruch plausibilisieren kann, zugleich aber jede Art von
Kolonialisierung vermieden wird. Literatur Augustinus,
De utilitate credendi (391/392). Über
den Nutzen des Glaubens, übersetzt und eingeleitet von Andreas Hoffmann,
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und Wissenschaft. Über „intelligent design“ diskutierte Kardinal
Christoph Schönborn mit der
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Robert/Löw, Reinhard, Natürliche Ziele. Geschichte und Wiederentdeckung
des teleologischen Denkens (1981), Stuttgart 2005. Spaemann,
Robert, „Danke Gott und freue mich“. Wider die Tendenz, die Debatte um
Kardinal Schönborns Einspruch gegen die Evolutionstheorie zu
bagatellisieren. In: Der Standard vom 23./24. Juli 2005. Stier,
Fridolin, Vielleicht ist irgendwo Tag. Die Aufzeichnungen und Erfahrungen
eines großen Denkers, Freiburg im Breisgau 1993, 2. Auflage 1994. Strawson,
Peter F., Die Grenzen des Sinns. Ein Kommentar zu Kants Kritik der reinen
Vernunft, Königstein/Taunus 1981. Taschwer,
Klaus, Der Missionar des Atheismus. In: Der Standard vom 9. Januar 2007. Thomalla,
Klaus, Integratives Denken oder: Wie kann der Geburt des Subjekts aus dem
Geist der Biowissenschaften vorgebeugt werden? In: Ethica 15 (2007) 4,
421-426. Viele
angehende Lehrer bezweifeln die Evolutionstheorie. In: Süddeutsche
Zeitung vom 25. April 2007; http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/576/111465/;
Seite zuletzt eingesehen am 18. März 2008. Wilber,
Ken, A Brief History of Everything, Boston 1996, dt.: Eine kurze
Geschichte des Kosmos, Frankfurt am Main 1997, 6. Auflage 2002. Ders.,
The Marriage of Sense and Soul, New York 1998; dt.: Naturwissenschaft und
Religion. Die Versöhnung von
Wissen und Weisheit, Frankfurt am Main 1998, 2. Auflage 1999. *
Marita Thomalla, meiner Mutter, danke ich herzlich für die Mühe des
Korrekturlesens. [1]
Vgl. Reinhold Leinfelder, Neugier, nicht Dogmatismus bringt die
Wissenschaft weiter. In: Humboldt-Spektrum 2/2007, 68-72; 71. [2]
Dazu: Ken Wilber, The Marriage of Sense and Soul, New York 1998; dt.:
Naturwissenschaft und Religion. Die Versöhnung von Wissen und
Weisheit, Frankfurt am Main 1998, 2. Auflage 1999, 75; 85; 102. [3]
Bemerkenswert ist dazu eine Geschichte, die Stephen Hawking erlebt hat
und die zeigt, dass die Autonomie vielleicht doch nicht so weit
reicht: Als in den 80er Jahren ein von den Jesuiten organisierter
Astronomenkongress in Rom stattfand, empfing Papst Johannes Paul II.
die Gäste mit der lächelnden Bemerkung, sie sollten wohl darüber
debattieren, wie die Welt sich entwickelt habe, aber nicht darüber
spekulieren, wie der Anfang der Welt zustande gekommen sei; denn
dieser liege in den Händen Gottes. Daraufhin war Hawking sehr
erschrocken; so schreibt er amüsiert, er sei am selben Tag wie
Galilei geboren und der Zufall wollte es, dass es ausgerechnet sein
Thema war, auf besagtem Kongress über den Anfang der Welt
nachzudenken. Er habe sein Möglichstes getan, um den Vatikan zu
verlassen, ehe man erführe, wovon sein Referat handeln sollte. –
Die Geschichte findet sich in: Eugen Drewermann, Wenn die Sterne Götter
wären. Moderne Kosmologie und Glaube. Im Gespräch mit Jürgen Hoeren,
Freiburg im Breisgau 2004, 73 f. [4]
Vgl. Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Band 1,
Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung,
Frankfurt am Main 1981, TB-Ausgabe 1995, 413. [5]
Vgl. Thomas Rentsch, Gott, Berlin 2005, 12. [6]
Vgl. Ken Wilber, A Brief History of Everything, Boston 1996, dt.: Eine
kurze Geschichte des Kosmos, Frankfurt am Main 1997, 6. Auflage 2002,
170. [7] Das
lässt sich heute daran erkennen, dass an den Universitäten ein
Primat der Naturwissenschaften besteht, was die Vergabe von
Drittmitteln betrifft. Oder: Wenn Lehrstühle an Fakultäten
geschlossen werden, so geschieht dies zumeist an den
geisteswissenschaftlichen. [8]
Vgl. ebd. [9]
Vgl. Bas Kast, Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt, Frankfurt
am Main 2004, 14 f.: Verrückt vor Verliebtheit; 98-101: Ist Eifersucht eine Zwangsneurose? [10]
Niklas Luhmann, Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität,
Frankfurt am Main 1982, TB-Ausgabe, 5. Auflage 1999, Kapitel 2; 21-39. [11]
Vgl. Wilber, Naturwissenschaft und Religion, 154. [12]
Vgl. Jürgen Habermas, Glauben und Wissen. Friedenspreis des Deutschen
Buchhandels 2001, Frankfurt am Main 2001, 2. Auflage 2002, 22:
„Ressourcen der Sinnstiftung“. [13]
Das bedeutet nicht, dass religiöse Phänomene nicht mit
naturwissenschaftlicher Methodik untersucht werden können; so werden
die neurowissenschaftlichen Verfahren auf Meditation angewandt; vgl.
Ulrich Schnabel, Die Biologie des Glaubens. Mystische Erlebnisse auf
Knopfdruck. In: Geo Wissen Nr. 29, 31-40. – Was aber dabei erkannt
wird, ist ebenfalls nur ein empirisches Ergebnis, dessen religiöse
Bedeutung ist der Neurobiologie nicht zugänglich. [14]
Vgl. Thomas Rentsch, Religiöse Vernunft: Kritik und Rekonstruktion.
Systematische Religionsphilosophie als kritische Hermeneutik. In:
Hans-Joachim Höhn, Hg., Krise der Immanenz. Religion an den Grenzen
der Moderne, Frankfurt am Main 1996, 235-262; 258. [15]
Vgl. dazu: Wilhelm Schmid, Glück, Frankfurt am Main und Leipzig 2007,
67-71: „Sinn über sich hinaus, der zu denken und zu fühlen ist“. [16]
Fridolin Stier, Vielleicht ist irgendwo Tag. Die Aufzeichnungen und
Erfahrungen eines großen Denkers, Freiburg im Breisgau 1993, 2.
Auflage 1994, 145. [17]
Vgl. Stier, Vielleicht ist irgendwo Tag, 145 f.; Hervorh. von mir;
stammen Hervorhebungen in Zitaten von mir, weise ich stets darauf hin. [18]
Vgl. David Quammen, Lag Darwin falsch? Nein! Die Belege für die
Evolution sind überwältigend. In: National Geographic/Deutschland
(November 2004), 86-119. [19]
Vgl. ebd.; siehe auch: Hans Küng, Der Anfang aller Dinge.
Naturwissenschaft und Religion, München 2005, 8. Auflage 2006, 111. [20] Vgl. Gerhard Czermak, Die Evolutionstheorie und ihre Gegner; unter: http://www.bfg-bayern.de/aktuelles/EvolutionCz.htm; Seite zuletzt eingesehen am 18. März 2008. [21]
Vgl. Reinhold Leinfelder, Kreationismus in Deutschland: Volle Kraft
voraus ins Mittelalter? In: GfBS-News, Newsletter der Gesellschaft für
biologische Systematik 16/2006, 47-51; 47 f. [22]Vgl.
zum Ganzen: Gerhard Czermak, Die Evolutionstheorie und ihre Gegner;
unter: http://www.bfg-bayern.de/aktuelles/EvolutionCz.htm. [23]
Vgl. ebd. [24] Vgl. zutreffend Rentsch, Gott, 14: Naturwissenschaftliche Theoriebildung und religiöser Wahrheitsanspruch seien „kategorial inkompatibel“. Beide könnten „wahr oder falsch sein – aber auf ganz unterschiedlichen Ebenen“. [25]
Vgl. Küng, Der Anfang aller Dinge, 132-134. [26]
Vgl. Eberhard Schockenhoff, Kann man glauben, um zu erkennen?
Evolutionslehre und „Intelligent Design“, gesehen im Licht einer
Theologie der Schöpfung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27.
August 2005, 44. [27]
Vgl. Wilber, Naturwissenschaft und Religion, 210. [28]
Vgl. Leinfelder, Neugier, nicht Dogmatismus, 68. [29]
Vgl. Patrick Illinger, „Intelligent Design“ ist weder Wissenschaft
noch Religion. In: Süddeutsche Zeitung vom 8. Juni 2005. [30]
Vgl. Schockenhoff, Kann man glauben, um zu erkennen?, 44. [31] Zum Ganzen: Ebd. [32]
So Peter F. Strawson, Die Grenzen des Sinns. Ein Kommentar zu Kants
Kritik der reinen Vernunft, Königstein/Taunus 1981, 182. [33]
Vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781), herausgegeben
von Raymund Schmidt, Hamburg 1993, B 543. [34]
Eugen Drewermann, … und es geschah so. Die moderne Biologie und die
Frage nach Gott, Zürich und Düsseldorf 1999, 768. [35]
Christoph Schönborn, Finding Design in Nature. In: The New York Times
vom 7. Juli 2005. [36]
Schöpfungsglaube und Wissenschaft. Über „intelligent
design“ diskutierte Kardinal Christoph Schönborn
mit der Molekularbiologin Renée Schroeder. In: Der Standard
vom 24./25./26. Dezember 2005. [37]
Vgl. ebd. [38]
Vgl. Philipp Blom, Neodarwinisten und Altgläubige. In: Der Standard
vom 27./28. August 2005. [39]
Stephan Horn/Siegfried Wiedenhofer, Hg., Schöpfung und Evolution.
Eine Tagung mit Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo, Augsburg 2007,
21. [40]
Vgl. ebd. [41]
Vgl. Schönborn, Finding Design in Nature; dazu: Kardinal Schönborn
legt sich mit Charles Darwin an. In: Der Standard vom 11. Juli 2005;
siehe auch: Horn/Wiedenhofer, Hg., Schöpfung und Evolution, 87. [42]
Horn/Wiedenhofer, Hg., Schöpfung und Evolution, 161. [43]
Vgl. Zum Ganzen: Robert Spaemann, „Danke Gott und freue mich“.
Wider die Tendenz, die Debatte um Kardinal Schönborns Einspruch gegen
die Evolutionstheorie zu bagatellisieren. In: Der Standard vom 23./24.
Juli 2005. [44]
Dazu: Robert Spaemann/Reinhard Löw, Natürliche Ziele. Geschichte und
Wiederentdeckung des teleologischen Denkens, Stuttgart 2005; zuerst
1981 veröffentlicht unter dem Titel: Die Frage Wozu? [45]
Vgl. Wilber, Eine kurze Geschichte des Kosmos, 170. [46]
Vgl. Schockenhoff, Kann man glauben, um zu erkennen?, 44. [47]
Das sieht zutreffend: Schockenhoff, ebd. [48]
Vgl. Rentsch, Gott, 13: Dogmatismus und Fundamentalismus seien
„Gegenbeispiele glaubwürdiger Religion und eines überhaupt
diskutablen Gottesverständnisses“, die in der Religion selbst
„als solche erkannt“ worden sind. Auch Rentsch sieht die Gefahr,
die davon ausgeht: „Ein naives Gottesverständnis und die
dogmatisch-fundamentalistische Haltung der Kirche begünstigten (…) eine
oft ebenso naive und bis heute populäre
dogmatisch-fundamentalistische Religionskritik.“ (Hervorh. von
mir) [49]
Vgl. dazu: Klaus Thomalla, Integratives Denken oder: Wie kann der
Geburt des Subjekts aus dem Geist der Biowissenschaften vorgebeugt
werden? In: Ethica 15 (2007) 4, 421-426; 424 f. [50]
Vgl. Leinfelder, Neugier, nicht Dogmatismus, 69. [51]
Vgl. Schöpfungsglaube und Wissenschaft. In: Der Standard vom
24./25./26. Dezember 2005. [52]
Vgl. Klaus Taschwer, Der Missionar des Atheismus. In: Der Standard vom
9. Januar 2007; siehe auch: Richard Dawkins, The God Delusion, dt.:
Der Gotteswahn, Berlin 2007, 6. Auflage 2007; dazu mit Recht kritisch:
Hermann Häring, Auch Himmelsstürmer können irren. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 11. Januar 2008, 36. [53]
Vgl. Arnold Benz, Die Zukunft des Universums. Zufall, Chaos, Gott?
(1997), München 2001, 51-53:
Zwei Sprachebenen. [54]
Vgl. Leinfelder, Neugier, nicht Dogmatismus, 70. [55]
Küng, Der Anfang aller Dinge, 135 f. [56]
Zum Ganzen: Werner Heisenberg, Naturwissenschaftliche und religiöse
Wahrheit. In: Ders., Schritte über Grenzen. Gesammelte Reden und Aufsätze,
2., erweiterte Auflage, München 1973, 335-351; 348. [57]
Vgl. Küng, Der Anfang aller Dinge, 141 f. [58]
Vgl. Katja Gloger, Kulturkampf im Klassenzimmer. In: Stern 46/2005. [59]
Vgl. Viele angehende Lehrer bezweifeln die Evolutionstheorie. In: Süddeutsche
Zeitung vom 25. April 2007; http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/576/111465/;
Seite zuletzt eingesehen am 18. März 2008. [60]
Vgl. Josef Isensee, Art. Staat. In: Staatslexikon, hrsg. Von der Görres-Gesellschaft,
Band 5, 7., völlig neu bearbeitete Auflage, Freiburg-Basel-Wien 1989,
Sp. 133-157; 152. [61]
Vgl. Leinfelder, Kreationismus in Deutschland: Volle Kraft voraus ins
Mittelalter?, 50. [62]
Vgl. ebd. [63]
Vgl. Ralf Euler, Wolff will Schöpfungslehre im Biologieunterricht.
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Juni 2007, 1. [64]
Vgl. Leinfelder, Neugier, nicht Dogmatismus, 68. [65]
Vgl. Euler, Wolff will Schöpfungsehre im Biologieunterricht, 1. [66]
Vgl. ebd. [67]
Vgl. Leinfelder, Neugier, nicht Dogmatismus, 71. [68]
Vgl. Augustinus, De utilitate credendi (391/392). Über den
Nutzen des Glaubens, übersetzt und eingeleitet von Andreas Hoffmann,
Freiburg im Breisgau 1992, 91: Das Alte Testament bringe man denen,
„die an seiner genauen Kenntnis interessiert sind, mit vier
Auslegungsmöglichkeiten nahe: mit der Auslegung im historischen, im
aitiologischen, im analogen und im allegorischen Sinn“ („Omnis
igitur scriptura, quae testamentum vetus vocatur, diligenter eam nosse
cupientibus quadrifariam traditur: secundum historiam, secundum
aetiologiam, secundum analogiam, secundum allegoriam“; util. cred.
5). In unserem Kontext bemerkenswert ist die Tatsache, dass Augustinus
sich die vielen dunklen Stellen alttestamentlicher Texte keineswegs
mit einer Methode, scil.
derjenigen, die nach dem historischen
Sinn eines Textes fragt, zu erschließen suchte, sondern hierzu eine
Methodenvielfalt verwendete, um dadurch der manichäischen Kritik am
Alten Testament die Grundlage zu
entziehen (vgl. Andreas Hoffmann, Einleitung. In: Augustinus, De
utilitate credendi. Über den Nutzen des Glaubens, 7-75; 24-31;
besonders: 24). [69]
Dazu: Schockenhoff, Kann man glauben, um zu erkennen?, 44; Alexandre
Ganoczy, Art. Schöpfung. In: Peter Eicher, Hg., Neues Handbuch
theologischer Grundbegriffe, Band 5, München 1991, 26-35.
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