02.12.2007

35. Bildungspolitisches Forum

Hier finden Sie die Einladung zur Veranstaltung am Samstag, dem 8. Dezember in Berlin.

 

Elternrecht  -  Schulpflicht  -  Wissenschaft 

In jüngster Zeit mehren sich Konflikte zwischen Elternhaus und Schule in religiösen und ethischen Fragen. Diese entzünden sich in der Regel an wissenschaftlichen und moralischen Fragen der Unterweisung im Biologieunterricht und im Sexualkundeunterricht. Dabei geht es sowohl um die Unterrichtspraxis als auch um die Richtlinien bzw. Lehrpläne in diesen Fächern. In den meisten Fällen werden die Konflikte von den Eltern zwar mit Unmut und Unverständnis, aber dennoch - vielfach aus Hilflosigkeit - ausgehalten. 

Wenn aber Konflikte offen ausbrechen und Eltern ihre Kinder vom Unterricht fernhalten, reagiert der Staat – dem geltenden Recht entsprechend – mit Strafandrohung. Polizei und Gerichte erzwingen die Beteiligung der Kinder am Unterricht. Beschwerden dagegen sind bisher immer von den Gerichten bis hin zum Bundesverfassungsgericht zurückgewiesen worden. 

Wodurch entstehen die Konflikte zwischen Schule und Elternhaus? Sind sie so gravierend, daß sie öffentliches Interesse beanspruchen dürfen bzw. aus welchen Gründen verdienen sie öffentliches Interesse? Können sie beigelegt werden? Der Bund Freiheit der Wissenschaft nimmt bei seiner Veranstaltung diese Fragen auf. Es erscheint angebracht, einmal eine Szene von Erziehung zu beleuchten, die in ihren Widersprüchen bei den Beteiligten sehr viel Frustration auslöst, aber selten einer argumentativen Klärung zugeführt wird. 

Für die Tagung konnten wir die folgenden fachkundigen Referenten gewinnen. 

Dr. Norbert Niehues: Geboren ***. Seit 1964 Verwaltungsrichter in Münster/Westf. (Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht). 1977 Bundesrichter in Berlin und von 1991 bis 2000 Vorsitzender des 6. Senats des Bundesverwaltungsgerichts mit der Zuständigkeit u.a. für das Schulrecht. Autor des zweibändigen Standardwerks „Schul- und Prüfungsrecht“ (Beck-Verlag). Lehrbeauftragter der Juristischen Fakultäten der Universität in Münster (1969 bis 1977) und der Humboldt-Universität in Berlin (1995 bis 1998). Deutscher Juristentag: Referat „Gesetzesvorbehalt im Schulrecht“ und Mitglied der Schulrechtskommission für die Bearbeitung eines Schulgesetzentwurfs. Seit dem 1. 9. 2000 im Ruhestand. Zahlreiche Gutachten, Seminare (Prüfungsrecht) und Vorträge zu schulrechtlichen Fragen. Leiter der Erzbischöflichen Schlichtungsstelle und Mitglied des Stiftungs-rates der Schulstiftung Dr. Carl Sonnenschein im Erzbistum Berlin. 

Klaus Thomalla, M.A.: Geboren 1971. Studium der Katholischen Theologie, der Philosophie und der Rechtswissenschaft in Bonn, Basel und Bochum. Erstes juristisches Staatsexamen 2000. Im Wintersemester 2001 / 2002 Stipendiat der Ernst und Anna Landsberg-Erinnerungsstiftung an der Universität Basel. Magister Artium in Philosophie und Katholischer Theologie 2005 an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Praktischen Philosophie). Zahlreiche Aufsätze; er verfaßte für „Freiheit der Wissenschaft“ den Artikel „Zum Wandel der Verfassungsinterpretation der Menschenwürdegarantie“ (Nr.1 März 2006) und dürfte den Lesern der FdW auch wegen seiner Rezensionen in der Bücherrevue bekannt sein. 

Dr. Ulrich Günzel: Geboren 1943. Studium der Katholischen Theologie und Klassischen Philologie an den Universitäten Bonn und Köln. Nach Lehrtätigkeit an Schulen am Niederrhein und in der Eifel wurde er Oberschulrat i. K. als Leiter der Abteilung Schulische Religionspädagogik und Hochschulfragen der Hauptabteilung Schule / Hochschule des Erzbischöflichen Generalvikariats Köln. Lehraufträge am Priesterseminar und an der Universität Bonn. Mitglied des Staatlichen Prüfungsamtes Bonn. Geschäftsführer der Lehrbuchkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Regionalstelle Nordwest. Mitglied des Verwaltungsrates der Gemein-nützigen Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Bildung Mainz (Trägergesellschaft der Katholischen Fachhochschule Mainz) von 1989 bis Januar 2003 und dessen Vorsitzender von Oktober 2000 bis Januar 2003.

Hier können Sie sich zur Veranstaltung anmelden.