Presseerklärung zum Bildungsstreik
Berlin/Düsseldorf 15. 6. 2009
Die Streikaufrufe zielen auf die
Abschaffung des gegliederten Schulsystems und eine Senkung der
Leistungsanforderungen im gesamten Bildungsbereich.
Diese Ziele kann der Bund Freiheit
der Wissenschaft nicht mittragen, im Gegenteil: er lehnt sie strikt ab.
Studiengebühren
Der Bund Freiheit der Wissenschaft
hat für die Einführung von Studiengebühren mit guten Argumenten
geworben. Diese Argumente haben sich in einigen Bundesländern
durchgesetzt, sie sind nicht widerlegt. Die Gesetzeslage in NRW ist
vorbildlich: Die Hochschulen entscheiden selbst, ob und in welcher Höhe
sie Studiengebühren verlangen.
Vor dem Bundesverfassungsgericht
hatte die Erhebung von Studiengebühren Bestand.
Der Bund Freiheit der Wissenschaft
macht sich die Aussage des Bundesverfassungsgerichts zu eigen, dass
„durch die Einführung von Studiengebühren eine wertbewusste
Inanspruchnahme der Ausbildungsleistung gefördert werden“ kann.
Bologna-Prozeß/
Bachelor/Master
Der Bologna-Prozeß erreicht seine
Ziele nicht. Die Mobilität der Studenten sinkt. Die Freiheit und die
Einheit von Forschung, Lehre und Studium sind bedroht.
Der Bund Freiheit der Wissenschaft
war von Anfang kritisch der flächendeckenden Einführung von
BA/MA-Studiengängen gegenüber eingestellt. Er lehnt die Bachelorisierung
der Universitäten ab.
Als wissenschaftlicher Abschluß
bedeutet der Bachelor einen Etikettenschwindel.
Der Bund Freiheit der Wissenschaft
bekennt sich aber vollinhaltlich zur „Magna Charta Universitatum“
von Bologna aus dem Jahre 1988. – Er lehnt aber die in Nachfolge der
Sorbonne-Erklärung von 1998 erfolgte Bürokratisierung des Studiums zum
Schaden der akademischen Freiheit und auch der Persönlichkeitsentwicklung
der Studierenden ab.
Demonstrieren,
nicht streiken!
Der Bund Freiheit
der Wissenschaft lehnt Ungesetzlichkeiten im Zuge der Demonstrationen ab.
Er verurteilt auch die Verführung zu Ungesetzlichkeiten, z. B.
Missachtung der Schulpflicht, da sie einen Werteverstoß darstellen.
Kontakt:
Dr. Winfried Holzapfel, Geldern, Telefon: 02831-4416; Dr. Hans Joachim
Geisler, Berlin 030-3223158; Prof. Dr. Kurt J.
Reinschke, Dresden 0351-2686166
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