31. Bildungspolitisches Forum

 

Vorwort

Oberstudiendirektor Dr. Winfried Holzapfel


Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft - bleibt die Bildung auf der Strecke?

Es ist an der Zeit, diese Frage vernehmlich zu stellen. Die Vielfalt der Informationsquellen und der freie Markt der Informationen erwecken den Eindruck einer grenzenlosen Wissensfülle, die der menschlichen Gesellschaft zur Verfügung steht, um auf zahlreichen Gebieten einen überwältigenden Fortschritt einzuleiten.
Großartige Möglichkeiten der Wissenserweiterung und des schnellen Wissenstransfers bietet das Internet, großartige Möglichkeiten, zu Macht und Reichtum zu kommen, bietet die Globalisierung der Märkte. Interkontinentale Geschäfts- oder Urbaubsreisen sind keine Seltenheit mehr. Seit der Entdeckung der Neuen Welt und der Erfindung der Buchdruckerkunst scheint nichts die Menschheit mehr in Euphorie versetzt zu haben als unsere Zeit mit ihren Möglichkeiten.
Mit dem Fortschritt der Möglichkeiten wachsen aber in allen Bereichen zugleich die Gefahrenpotentiale, was beispielhaft erkennbar wird an der Nutzung des Internets in krimineller Absicht, an der emotionalen Vereinsamung der Jugendlichen und ihrer Verführung zu oberflächlicher oder sinnentleerter Lebensgestaltung. In dieser verwickelten Situation sind die Bildungsinstitutionen gefordert (und werden von vielen Seiten dazu aufgefordert), ihren Beitrag zum rechten Gebrauch von Markt und Medien zu leisten. Sie sollen zu Dienstleistungsunternehmen umgeformt werden. Aber: Wem leisten sie Dienste und zu welchem Zweck?
Das 31. Bildungspolitische Forum des Bundes Freiheit der Wissenschaft ging diesen Fragen nach und fragte auch, wie Bildung sich in der Wissensgesellschaft definieren läßt, wie Bildung erreicht werden kann oder verfehlt wird. Der Charakter von Schule und Universität als Bildungseinrichtungen stand zur Debatte.