|
Arbeitsschwerpunkte Hochschule und
Schule
Die Verteidigung der Freiheit der
Wissenschaft und die Sicherung der Leistungsfähigkeit durch Reformen
des Bildungswesens sind die Ziele des BFW. Lange Zeit stand für den
Verband die Abwehr starker Beeinträchtigungen der Freiheit der
Wissenschaft an den Hochschulen im Vordergrund, gleichzeitig die
Auseinandersetzung mit einer oft sehr problematischen
Hochschulgesetzgebung. Von Anfang an beschäftigten den BFW aber auch
grundsätzliche Fragen aus dem Spannungsfeld Hochschule - Gesellschaft,
wie ein Blick auf die Themen der Zeitschriftenartikel und der
Bildungspolitischen Foren zeigt. Das Register lässt im Ansatz erkennen,
welche Schwerpunkte der BFW in den einzelnen Jahren setzte, besser:
setzen musste.
Hochschulreform: An erster Stelle sind von 1971 bis in die 90er
Jahre die Auseinandersetzungen um das Hochschulrahmengesetz zu nennen,
dann die um die Hochschul- bzw. Universitätsgesetze der Bundesländer,
besonders um das niedersächsische Vorschaltgesetz wegen der
Auseinander- setzungen vor dem Bundesverfassungsgericht.
Regelmäßig beteiligte sich bis heute der BFW an den Diskussionen über
den Hochschulzugang (schon früh forderte er Eingangsprüfungen an den
Universitäten) und das Abitur, den Numerus clausus (Rolle der ZVS) und
über das jetzige Stipendiensystem (BAFöG): der BFW machte schon vor
Jahren Vorschläge für ein verbessertes System in Verbindung mit der
Einführung von Studiengebühren zur stärkeren Selbststeuerung des
Hochschulsystems. Ebenfalls schon seit längerer Zeit tritt der BFW für
einen Wettbewerb zwischen den Hochschulen ein (s. auch zum Problem der
Ranglisten von Hochschulen, besonders 7. Bildungspolitisches Forum).
Immer wieder behandelt wurden das Problem privater Hochschulen (und
Schulen) (vgl. 14. Bildungspolitisches Forum über Deregulierung im
Hochschulbereich und 21. Bildungspolitisches Forum) und das Verhältnis
von Hochschule und Wirtschaft.
Ein besonders wichtiges Thema war und ist die Lage der Forschung, nicht
nur an den Universitäten (vgl. auch unter DFG). Dabei hat sich der BFW
schon Mitte der 80er Jahre mit der Frage beschäftigt, wo die Grenzen
der Forschungsfreiheit liegen (s. FdW 5/1986, 3/1987, 4.
Bildungspolitisches Forum 1985 über Tierversuche, 24.
Bildungspolitisches Forum 1996 über Gentechnologie).
Freiheit der Wissenschaft: Bei der Gründung des BFW 1970 und
noch viele Jahre danach bedrohten linksradikale Gruppen die Freiheit der
Wissenschaft, besonders der Lehre und des Studiums an den Hochschulen.
Viele Vorgänge in den Hochschulen wurden erst durch den BFW einer größeren
Öffentlichkeit bekannt (s. das Register unter den einzelnen Universitäten
und Hochschulen). In den 70er und 80er Jahren mußte der BFW laufend über
Störungen des Lehrbetriebs ("Krawallkalender"),
Institutsbesetzungen, Boykott von Lehrveranstaltungen, sog.
Studentenstreiks usw. berichten. Gegenstand von Auseinandersetzungen
wurde das Ordnungsrecht der Hochschulen. Berichte über Studentenwahlen
und Studentenvertretungen (AStA) zeigten oft Erfolge linksradikaler
Gruppen (s. im Register auch unter deren Gruppennamen), nicht selten in
Verbindung mit Gruppen, die eigentlich demokratischen Parteien
zuzuordnen waren ("Volksfront"). In den 70er und frühen 80er
Jahren war einer der häufigsten Diskussionsgegenstände die Frage, ob
Radikale bzw. Extremisten im Öffentlichen Dienst beschäftigt werden dürfen.
Heute liegen Probleme für die Bewahrung der Wissenschaftsfreiheit eher
in anderen Bereichen. Das 28. Bildungspolitische Forum 1998 beschäftigte
sich mit der Wissenschaftsfreiheit im Medienzeitalter, das 30. Forum
1999 Wissenschaft und Zeitgeist in der Geschichtsschreibung.
Hochschulerneuerung in den neuen Bundesländern: Nach 1990 lag
hier einer der Schwerpunkte der Arbeit des BFW. Erwähnt seien das 16.
und 19. Bildungspolitische Forum mit Versuchen einer Bilanz nach einem
bzw. drei Jahren sowie die Foren 14a und 25. Schon vor der
internationalen Wende hatte der BFW häufig von der Lage der Hochschulen
in der DDR (auch der Sowjetunion und anderer Länder des Ostblocks)
berichtet. 1990 und 1993 ging es dann um die Freiheit der Wissenschaft
in solchen Gesellschaften im Umbruch (13. und 20. Bildungspolitisches
Forum).
Zu erwähnen ist schließlich der ständige Vergleich der Lage der
deutschen Hochschulen mit denen im westlichen Ausland. Der
BFW arbeitete in internationalen Organisationen wie ICUE bzw. ICFU
(s.d.) mit und veranstaltete internationale Tagungen (z.B. 11. und 12.
Bildungspolitisches Forum). Vgl. auch im Register die Ländernamen.
Von der Gründung an bildete in der Arbeit des BFW nicht nur die
Leistungsfähigkeit der Hochschulen, sondern auch die der Schulen einen
gleichwertigen Arbeitsbereich. Vom BFW oft behandelte Themen wie
Lehrerausbildung sowie Abitur und Hochschulzugang bilden bis heute die
Verbindung zwischen Schule und Hochschule. Schon 1971 fand die erste
Arbeitstagung "Schulkrise, Schulreform und Lehrerbildung"
statt (Mod 8 und 11/1971), weitere folgten 1972 und 1973 (Mod
12-13/1972, HPI 2/1972 und 7/1973). 1975 und 1983 war ein
BFW-Landesarbeitskreis Schule Nordrhein-Westfalen aktiv (FdW 9/1975,
4/1977, 1/1979, 3, 4 und 12/1983). Ein Schwerpunkt der
Auseinandersetzungen war die Einführung und Beurteilung von
Gesamtschulen - der BFW tritt für das gegliederte Schulwesen ein; vgl.
z.B. 6., 17. und 18. Bildungspolitisches Forum -, außerdem die
Oberstufenreform.
Eine Besonderheit waren die BFW-Schulbuchanalysen seit 1977, von denen
1980 bereits die 16. Folge erschien und die bis 1983 fortgesetzt wurden
(FdW 1/1977 bis 1979, 1 bis 3, 5-6, 8, 9-10/1980, 4-5, 6, 7, 9/1981, 5,
8-9, 10/1982, 3/1983).
An dem gleich starken Interesse des BFW an Hochschule und Schule hat
sich seither nichts geändert. Das zeigt das Inhaltsverzeichnis der
Zeitschrift FdW ebenso wie die Themenliste der Bildungspolitischen Foren
(z.B. Nr. 23, 1995 "Ausbildung ohne Bildung?", Nr. 31, 2000,
"Bildung in der Wissensgesellschaft"). Vgl. auch das Register
unter Bildung, Bildungspolitik, Schule, Schulpolitik, Schulreform und Pädagogik.
Auch mit der Berufs(aus)bildung hat sich der BFW häufig befasst (z.B.
23. Bildungspolitisches Forum).
Die Register
sollen die systematische Suche nach bestimmten Themen erleichtern.
|